{"id":576,"date":"2024-09-27T06:46:22","date_gmt":"2024-09-27T06:46:22","guid":{"rendered":"https:\/\/variowoche.margadant.net\/?p=576"},"modified":"2024-10-17T11:33:31","modified_gmt":"2024-10-17T11:33:31","slug":"spielsucht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/variowoche.margadant.net\/?p=576","title":{"rendered":"Spielsucht"},"content":{"rendered":"<div class=\"pld-like-dislike-wrap pld-template-1\">\r\n    <div class=\"pld-like-wrap  pld-common-wrap\">\r\n    <a href=\"javascript:void(0)\" class=\"pld-like-trigger pld-like-dislike-trigger  \" title=\"\" data-post-id=\"576\" data-trigger-type=\"like\" data-restriction=\"cookie\" data-already-liked=\"0\">\r\n                        <i class=\"fas fa-thumbs-up\"><\/i>\r\n                <\/a>\r\n    <span class=\"pld-like-count-wrap pld-count-wrap\">0    <\/span>\r\n<\/div><\/div>\n<p>Spielsucht ist erst seit 2022 von der WHO als Suchtkrankheit anerkannt. Die Studien sind dementsprechend frisch und Langzeiterfahrungen eher selten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was f\u00fcr Symptome hat Spielsucht?<\/h2>\n\n\n\n<p>Es ist nicht ganz einfach, zwischen Leidenschaft und Sucht zu unterscheiden. Ein Paar Kriterien (oder Symptome), die auch bei anderen Suchtkrankheiten anwendbar sind und daf\u00fcr sprechen, dass man abh\u00e4ngig geworden ist, w\u00e4ren:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Kontrollverlust: man kann den Konsum nicht mehr kontrollieren (Anfang, Ende und Dauer)<\/li>\n\n\n\n<li>Steigender Konsum und Toleranzentwicklung: Man Konsumiert immer mehr, der Effekt pro Dauer\/Dosis nimmt nach<\/li>\n\n\n\n<li>Leiden des Soziallebens: Man geht nicht mehr raus und spielt mit anderen, hat keine richtigen Beziehungen mehr<\/li>\n\n\n\n<li>Starkes Verlangen oder Zwang: Man hat ein sehr intensives Bed\u00fcrfnis, das Suchtverhalten fortzusetzen<\/li>\n\n\n\n<li>Leidensdruck: Man hat keinen Spass mehr mit der T\u00e4tigkeit und macht es nur noch, weil man ohne ungl\u00fccklich ist<\/li>\n\n\n\n<li>Entzugssymptome: Es treten k\u00f6rperliche und\/oder psychische Symptome auf, wenn der Konsum reduziert oder eingestellt wird<\/li>\n\n\n\n<li>Vernachl\u00e4ssigen von anderen Interessen und Pflichten: Man vernachl\u00e4ssigt andere T\u00e4tigkeiten, die man gerne macht oder machen sollte<\/li>\n\n\n\n<li>Fortgesetzter Konsum trotz sch\u00e4dlicher Folgen: Man setzt das Verhalten fort, obwohl man die sch\u00e4dlichen Konsequenzen kennt<\/li>\n\n\n\n<li>F\u00e4ngt an unkontrolliert Geld im Spiel auszugeben<\/li>\n\n\n\n<li>Kann zu Depression und suizidalen Gedanken f\u00fchren (im Extremfall)<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Oft sind nicht alle oder nur ein Paar der Symptome vorhanden. Manche sind h\u00e4ufiger oder kommen fr\u00fcher vor als Andere.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wie entsteht eine Spielsucht?<\/h2>\n\n\n\n<p>Suchtverhalten kann genetisch veranlagt sein. Gewisse Personen werden also einfacher s\u00fcchtig als andere, wobei das nicht heisst, dass jemand aus genetischen Gr\u00fcnden gar nicht s\u00fcchtig wird. Nur manche werden einfacher \u00fcber die Schwelle zur Sucht gestossen als andere. (Suchtverhalten k\u00f6nnen durch verschiedene Faktoren entstehen und das ist bei vielen Abh\u00e4ngigkeiten \u00e4hnlich)<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Biologische Faktoren<\/h3>\n\n\n\n<p>Wenn bei einer Gewissen T\u00e4tigkeit das Belohnungssystem des Gehirns aktiviert wird, wird Dopamin freigesetzt, was zu einem Gef\u00fchl der Freude oder des \u00abHigh\u00bb seins f\u00fchrt. Die betroffene Person will dieses Gef\u00fchl erneut sp\u00fcren und die T\u00e4tigkeit wiederholen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Psychologische Faktoren<\/h3>\n\n\n\n<p>Gewisse Pers\u00f6nlichkeitsmerkmale, wie Impulsivit\u00e4t oder geringes Selbstwertgef\u00fchl, sorgen f\u00fcr ein h\u00f6heres Suchtrisiko. Bei Emotionen wie Stress, Angst, Traurigkeit o.\u00c4. kann es sein, dass es, um diesen zu entkommen, zu einer Sucht kommt. In einigen F\u00e4llen entsteht die Spielsucht als komorbide St\u00f6rung.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Komorbide St\u00f6rung<\/h3>\n\n\n\n<p>Eine Spielsucht kann auch als Symptom einer anderen psychologischen St\u00f6rung entstehen. Das wird dann \u00abKomorbide St\u00f6rung\u00bb genannt. Die Spielsucht agiert als \u00abCoping-Mechanismus\u00bb, wenn man im Gaming einen Ausweg findet, um nicht die Probleme der anderen St\u00f6rung (z.B. Trauma, Depression u.\u00c4) zu konfrontieren. Deswegen hilft es wenig, wenn man nur die Spielsucht behandelt, denn um das grundliegende Problem soll sich gek\u00fcmmert werden. Es kann sonst passieren, dass man ein anderes Suchtverhalten sucht, um mit der urspr\u00fcnglichen St\u00f6rung umzugehen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Soziale Faktoren<\/h3>\n\n\n\n<p>Auch das Umfeld, in welchem man Lebt, hat Einfluss auf das Suchtrisiko. Wenn man im Umfeld viele Freunde hat, die Drogen konsumieren, ins Casino gehen oder viel Computerspiele spielen, dann wird das Verhalten als akzeptabel gewertet. Das Suchtrisiko&nbsp; wird also durch \u00abPeer-Pressure\u00bb (Gruppenzwang) h\u00f6her. Wenn jedoch Freunde und Eltern einen warnen, nie Drogen zu nehmen und man aufgekl\u00e4rt wird, wie sch\u00e4dlich es ist, dann kann das Suchtrisiko wesentlich kleiner sein.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Risikogruppen<\/h3>\n\n\n\n<p>Grunds\u00e4tzlich sind Jungen und M\u00e4dchen gleich gef\u00e4hrdet, jedoch werden Videospiele immer noch mehr von Jungen als von M\u00e4dchen gespielt, weswegen die Anzahl der spiels\u00fcchtigen Jungen folglich gr\u00f6sser ist. Bei M\u00e4dchen bleibt das Suchtverhalten h\u00e4ufiger unbemerkt, was gef\u00e4hrlich werden kann. Grunds\u00e4tzlich sind Jugendliche wesentlich mehr gef\u00e4hrdet als Erwachsene.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Spiele selbst<\/h3>\n\n\n\n<p>Viele Spiele (nicht nur aber auch) F2P-Spiele verwenden die Belohnungssysteme und Bindungssysteme, um das Weiterspielen und t\u00e4gliche Spielen der Spieler wahrscheinlicher zu machen. Damit wird in extremen F\u00e4llen fast eine Sucht provoziert, und in F2P-Spielen ist auch zu beobachten, dass Wale tendenziell eher s\u00fcchtig werden, da sie sich durch das ausgegebene Geld nur noch an das Spiel gebunden f\u00fchlen. Da F2P-Spiele diese Mechaniken oft mehr und aggressiver einsetzen, ist das Risiko bei Spielern von diesen Spielern gr\u00f6sser als bei P2P-Spielen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Spielsucht und Gl\u00fccksspielsucht<\/h2>\n\n\n\n<p>Die beiden Suchten haben einiges gemeinsam, aber auch ein paar wichtige Unterschiede.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Gemeinsamkeiten<\/h3>\n\n\n\n<p>Grunds\u00e4tzlich zeigen beiden Suchten ein \u00e4hnliches Verhalten, n\u00e4mlich ein zwanghaftes Verlangen trotz bekannter negativer Konsequenzen und die oben genannten Symptome. Die Auswirkungen und Behandlungsm\u00f6glichkeiten sind sich sehr \u00e4hnlich. Um die Sucht hervorzurufen, werden in den Spielen \u00e4hnliche Tricks angewandt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Unterschiede<\/h3>\n\n\n\n<p>Grunds\u00e4tzlich haben die Spiele merkbare Unterschiede: w\u00e4hrend Gl\u00fccksspielsucht sich allein auf Slot-Maschine, Poker, Blackjack, Lotto und anderen Kasinospielen bezieht, tritt Spielsucht bei jeglicher Art von Spiel auf. Der Ablauf der beiden Suchten ist unterschiedlich, denn Spielsucht entwickelt sich n\u00e4mlich meist langsamer als Gl\u00fccksspielsucht. Die Folgen sind komplett unterschiedlich: Gl\u00fccksspielsucht f\u00fchrt haupts\u00e4chlich zu finanziellen und rechtlichen Problemen, w\u00e4hrend das Resultat einer Spielsucht prim\u00e4r soziale und psychische Probleme mit sich zieht.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Spielsucht + Gl\u00fcckspielsucht<\/h3>\n\n\n\n<p>Bei Spielen in welchen Lootboxen vorhanden sind oder Gacha Games k\u00f6nnen sich beide Suchten auch vermischen, obwohl man kein Geld zur\u00fcckbekommt, hat das Ziehen eines legend\u00e4ren Gegenstands einen sehr \u00e4hnlichen Effekt auf das Gehirn des Spielers.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Therapie und Besserung<\/h2>\n\n\n\n<p>&nbsp;Manchmal ist die Sucht nicht schlimm genug, dass eine Therapie absolut notwendig ist. Es ist m\u00f6glich einigermassen damit zu leben, was nicht heisst, dass es empfehlenswert ist. Wenn eine Person keine Therapie m\u00f6chte, gibt es wenig was man dagegen machen kann. Zwangsmassnahmen sind nicht sonderlich zielf\u00fchrend, vor allem bei \u00e4lteren Menschen, bei denen Kreditkarte verstecken und Bildschirmzeit begrenzen keine Option mehr ist. Trotzdem ist es sehr wichtig, dass das Angebot einer Therapie vorhanden ist. Ob die Therapie erfolgreich ist, l\u00e4sst sich vereinfacht gesagt daran erkennen, dass die zutreffenden Abh\u00e4ngigkeitskriterien abnehmen. Wenn, wie oben erw\u00e4hnt, die Spielsucht als Komorbide St\u00f6rung auftritt, dann ist es notwendig sich auch um die Ursache zu k\u00fcmmern.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier zu den Themen:<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/variowoche.margadant.net\/?p=429\">Vergleich zu Pay-to-Play Spielen \u2013 The Art of Gaming (margadant.net)<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/variowoche.margadant.net\/?p=437\">Pers\u00f6nlichkeiten der Spieler \u2013 The Art of Gaming (margadant.net)<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/variowoche.margadant.net\/?p=432\">Wof\u00fcr gibt man in den Spielen Geld aus? \u2013 The Art of Gaming (margadant.net)<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/variowoche.margadant.net\/?p=458\">Sind F2P\/P2W-Spiele Ethisch ok \u2013 The Art of Gaming (margadant.net)<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/variowoche.margadant.net\/?p=454\">Der Einfluss von Streamern und Influencern \u2013 The Art of Gaming (margadant.net)<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/variowoche.margadant.net\/?p=473\">Belohnung in Bezug auf Dopamin Aussch\u00fcttungen \u2013 The Art of Gaming (margadant.net)<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/variowoche.margadant.net\/?p=479\">Lootboxen und Gacha Games \u2013 The Art of Gaming (margadant.net)<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/variowoche.margadant.net\/?p=463\">Monetarisierungsmaschen \u2013 The Art of Gaming (margadant.net)<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/variowoche.margadant.net\/?p=583\">Wie kann man es vermeiden, Opfer dieser Monetarisierungsmaschen zu werden? \u2013 The Art of Gaming (margadant.net)<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>0 Spielsucht ist erst seit 2022 von der WHO als Suchtkrankheit anerkannt. 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