Für ganze drei Tage habe ich zwei sogenannte „Serious Games“ gespielt und analysiert. „Serious Games“ sind Spiele, die nicht unbedingt zum Spass dienen sollen und meist, wie es der Name schon sagt, seriöse und ernste Inhalte haben. Während meiner Arbeit habe ich auch eine Art von Tagebuch geschrieben, bei dem man meine Arbeitsinhalte gut sehen kann. Im folgenden Beitrag werde ich präsentieren, was ich alles in dieser Zeit herausgefunden habe und was meine allgemeine Meinung zu diesen beiden Games ist:

Das erste Spiel, welches ich ausprobiert habe, ist „This War of Mine“. Beim Spielen des Spiels habe ich schnell verstanden wie alles funktioniert und bin gut zurechtgekommen. Ich merkte mit der Zeit aber auch, dass man manchmal recht schwierige Entscheidungen treffen musste, die einen grossen Einfluss auf das Spiel haben können, was auch der Knackpunkt des Spiels ist. Denn wenn man falsche Entscheidungen trifft, auch wenn es nur eine kleinere ist, kann dies schnell zu einem psychischen Problem der Ingame-Charaktere führen. Je länger man das Spiel dann spielt, desto schwieriger wird es immer gut auf die Psyche der Charaktere acht zu geben, da man manchmal fast schon gezwungen ist jemanden auszurauben, weil die Charaktere sonst verhungern würden oder auch an Verletzungen, welche sie sich in einem Kampf zugezogen haben, sterben. Wer sich noch für meine Bewertung zu «This War of Mine» interessiert kann auf den obigen Link klicken.
Das andere Spiel, welches ich gespielt habe, nennt sich „Papers, Please“. Hier habe ich auch ziemlich schnell begriffen, was von mir als Grenzkontrolleur verlangt wird. Zum Teil musste man auch bei diesem Spiel schwierige Entscheidungen treffen, wie zum Beispiel, dass eine Frau ohne Pass in das andere Land will, da sie sonst erschossen wird. Der grosse Unterschied bei „Papers, Please“ liegt darin, dass es meinen Charakter überhaupt nicht interessiert, wenn diese Frau nun sterben würde. Es gab im Spiel aber auch noch eine andere Schwierigkeit, die daraus besteht, dass man immer alle Angaben des Passes, der ID und der Einreisebewilligung auf das Genauste überprüfen muss. Wenn man dann einen Kunden 3 Minuten kontrolliert und denkt alles stimmt, kann es trotzdem vorkommen, dass man einen Fehler macht. Ich habe dann gemerkt, dass nicht mein Charakter irgendwelche psychische Probleme bekommt, sondern ich, da es offensichtlich sehr nervig ist wenn man einen Kunden sehr lange kontrolliert und doch etwas falsch macht. Wie schon bei «This War of Mine» habe ich auch eine Bewertung zu «Papers, Please» geschrieben für diejenigen, die es interessiert.

Wenn ich nun diese beiden Spiele vergleiche würde ich sagen, dass es bei «This War of Mine» mehr darum geht menschliche Entscheidungen zu treffen, wobei man bei «Papers, Please» eher unmenschlich handelt. Ein weiterer Unterschied sind die Auswirkungen des Spiels, die es auf die Spielcharaktere sowie auf den Spielenden hat. Bei «This War of Mine» sind es die Ingame-Charaktere, die einen psychischen Schaden erleiden. Bei «Papers, Please» ist dies eher der Spielende, auch wenn dies nur eine keine Verzweiflung ist und man nicht gerade das Leben an sich vorbeiziehen sieht.
Man kann jedoch aus beiden Spielen lernen, wie Menschen in gewissen Situationen handeln und dies meiner Meinung nach auch besser nachvollziehen, als wenn man dies in einem Film sieht. Dies liegt daran, weil man alle Entscheidungen selber ausführt und dann auch selber merkt, was passiert wenn man nicht so handelt wie es vom Spiel gedacht ist. Trotzdem kann man mit solchen Spielen nicht für ein ganzes Geschichtsthema in der Schule lernen, aber es hilft einem halt zu verstehen, warum man so eben so handelt, womit man dann womöglich auch andere Dinge besser nachvollziehen kann.
